Musik für Katzen. Katzen hören anders!

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Musik für Katzen

Musik ist fester Bestandteil unseres Lebens – ob im Auto auf dem Weg zur Arbeit, zur Entspannung im Feierabend oder zum Feiern am Wochenende – ohne Musik fehlt uns im Leben etwas. Denn Musik beeinflusst auch unsere Emotionen – sie kann uns glücklich oder traurig machen, entspannen oder animieren. Kein Wunder also dass Musik auch in der Therapie eine wichtige Rolle spielt. Auch bei vielen Tieren wird Musik eine positive Wirkung bescheinigt. Es gibt Milchbauern die auf die output-steigernde Wirkung von Musik in ihren Ställen schwöre. Und wenn sogar Kühe positiv auf Musik reagieren dann kann das doch bei unseren Katzen auch nicht wesentlich anders aussehen? Oder ist es kein Zufall dass wir abfällig von „Katzenmusik“ reden wenn die Kakophonie wesentlich eher nach Lärm als Musik klingt?

Wie reagieren Katzen auf Musik und warum?

Wissenschaftler beschäftigen sich schon lange mit dem Thema und sind zu dem Ergebnis gekommen, dass Musik auch auf Katzen beruhigend wirken kann. Voraussetzung dafür ist natürlich, dass es die richtige Musik ist.

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Einer der Wissenschaftler die sich ausführlich mit dem Thema „Katzen und Musik“ auseinandergesetzt hat ist Professor Charles Snowdon von der Universität Wisconsin in Madison. Gemeinsam mit dem Profi-Cellisten David Teie, der am National Symphony Orchestra in Washington spielt und an der Universität von Maryland Musik unterrichtet, hat er spezielle Musik für Katzen komponiert, und mit „Music for Cats“ das weltweit erste Album für Katzen produziert. Die Musikstücke bewegen sich im gleichen Frequenzbereich, in dem die Tiere untereinander kommunizieren. Auch Schnurrgeräusche wurden in die Stücke eingebracht. Zusätzlich liessen die Wissenschaftler Elemente herkömmlicher Musik einfliessen, damit auch die Besitzer etwas mit der „Katzenmusik“ anfangen können. Das wahrlich beeindruckende Ergebnis: Ganze 77 Prozent der Katzen zeigten positive oder entspannte Reaktionen auf die Katzenklänge, während bei herkömmlichen klassischen Werken gerade mal 38 Prozent aller Katzen eine Reaktion zeigten. Zum Test spielten die Wissenschaftler 47 Katzen jeweils zwei Speziallieder für drei Minuten vor und beobachteten die Reaktion. Zum Vergleich liessen sie dieselben Katzen Menschenmusik hören, etwa von Johann Sebastian Bach, und dokumentieren erneut das Verhalten der Tiere.

Es zeigte sich, dass die Katzen deutlich schneller und stärker auf die eigens für sie komponierte Musik reagierten. So liefen die Tiere etwa auf die Lautsprecher zu, betrachteten und beschnüffelten sie ausgiebig oder begannen mit ihnen zu schmusen. Wurde dagegen klassische Musik wie zum Beispiel Bach gespielt, verharrten die Katzen meist teilnahmslos.

Warum hören Katzen Musik anders?

Katzen haben äusserst empfindliche Ohren und reagieren auf laute Geräusche jeder Art sehr sensibel. Das liegt daran dass Katzen unter Säugetieren mit eines der besten Hörvermögen haben. Mit einer Hörkapazität von bis zu 70.000 Hz nehmen sie selbst leise Geräusche intensiv und laut wahr. Wir Menschen hören bei bestem Hörvermögen gerade mal bis zu 20.000 Hz. Eine ganz normale Unterhaltung unter Menschen klingt für eine Katze daher eher wie ein handfester Familienkrach. Kein Wunder also dass unsere Stubentiger keine Fans von lauter Rockmusik sind. Das sensible Hörvermögen der Katzen geht zurück auf ihre Zeit in freier Wildbahn. Wenn überall potenzielle Gefahren lauern ist ein ausgeprägtes Hörvermögen überlebenswichtig. Daher hören Katzen auch im Tiefschlaf perfekt. Aber nicht nur die Vermeidung von Gefahren auch bei der Futtersuche hilft der sensible Hörsinn den Raubtieren. Katzen können eine Maus selbst aus einer Entfernung von 20 Meter wahrnehmen.

Musik trotz Katzen?

Viele Katzenbesitzer fragen sich jetzt sicherlich ob sie der Katze zu Liebe jetzt zu Hause nur noch Snowdons spezielle Katzenmusik hören dürfen. Doch keine Angst, auch in Katzenhaushalten darf weiter Musik gehört werden. Auch wenn Katzen Musik anders wahrnehmen kann „Menschenmusik“ doch auch durchaus entspannend auf Katzen wirken.

Die richtige Musik für Katzen

Angesichts des sensiblen Hörvermögens sollten Katzenbesitzer natürlich immer darauf achten, dass die Lautstärke angemessen ist. Mit ein bisschem gesunden Menschenverstand ist es nicht schwer die Hausmusik katzengerecht zu machen. Laute Technobeats, wummernde Bässe oder laute Schlagzeugsessions sind für Katzen garantiert kein Vergnügen sondern eher eine Qual.

Ein verhaltensbiologisches Team unter der Leitung von Prof. Dr. Bubna-Littitz von der Universität Wien fand kürzlich in verschiedenen Tests heraus, dass insbesondere sanfte Klassik bei Katzen sehr beliebt ist. Während die klassische Musik lief, setzten sich die Katzen meistens näher als 50 cm an einen der im Raum aufgestellten Lautsprecher oder gar auf ihn drauf. Beim Abspielen der „falschen“ Musik vermieden die Katzen die Nähe zu den Lautsprechern. Ausserdem änderte sich auch ihr Umgang miteinander: Ohne Musik verzeichneten die Wissenschaftler aggressives Verhalten unter den Katzen, zu den beruhigenden Klängen der klassischen Musik gingen die Katzen sehr friedlich miteinander um.

Fazit

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Die Ergebnisse der verschiedenen Studien zeigen, dass Katzen sehr wohl auf Musik reagieren. Allerdings bevorzugen sie andere Musik als ihre Besitzer und die auch noch bei einer anderen Lautstärke. Das heisst aber nicht dass in Katzzenhaushalten Totenstille herrschen muss oder nur noch Snowdons Katzenmusik gespielt werden darf. Sanfte Klassik kommt auch bei Katzen gut an aber auch andere Musik ist für Katzen erträglich – so lange sie nicht zu laut ist.